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Trotz Meryl Streep und Anne Hathaway: Der Teufel trägt Prada 2 ist leider nur eine müde Kopie des Originals

Der Teufel trägt Prada gehört zu den kultigsten Filmen der 2000er Jahre und ist mit zahlreichen Sprüchen und Looks der von Meryl Streep gespielten Modemagazinikone Miranda Priestly und ihrer Assistentin Andy Sachs (Anne Hathaway) in die Filmgeschichte eingegangen. 20 Jahre später kehrt das Duo für eine Fortsetzung auf die Leinwand zurück und lässt die glamouröse Welt des fiktiven Runway Magazins wieder aufleben.

Dabei heraus kommt ein typisches Legacy-Sequel, das sich an den zu großen Fußstapfen des Originals orientiert und über knapp zwei Stunden ordentlich Fanservice betreibt. Das ist jedoch vor allem dann unterhaltsam und spannend, wenn Der Teufel trägt Prada 2 es wagt, neue Wege einzuschlagen und die Vergangenheit zurückzulassen.

Der Teufel trägt Prada 2: Die Welt von Runway ist im Wandel

20 Jahre nachdem Andy den Assistenzjob bei Miranda an den Nagel gehängt hat, um sich endlich dem Journalismus zu widmen, scheint sie eine steile Karriere hinter sich gebracht zu haben. Bei einem renommierten Journalismuspreis wird sie sogar ausgezeichnet, als plötzlich eine Schreckensnachricht wartet: Sie und ihre Kolleg:innen wurden gefeuert – ein Schicksal, das aktuell viele Menschen in der Branche ereilt.

Auf der Suche nach einem neuen Job erhält sie ausgerechnet ein Angebot vom Runway Magazin, um deren Feature-Abteilung zu leiten, nachdem dieses sich mit einer kontroversen Kooperation in die Nesseln gesetzt hat. Plötzlich muss Andy wieder mit Miranda zusammenarbeiten und Runway aus der Krise helfen. Doch diese ist größer, als Andy sich vorgestellt hat – und Miranda nicht gerade begeistert von der Rückkehrerin, die sie am liebsten ganz schnell wieder loswerden möchte.

Seht hier den Trailer zu Der Teufel trägt Prada 2:

Der Teufel Trägt Prada 2 – Trailer 2 (Deutsch) HD

Legacy-Sequels sind ein mittlerweile gängiges Genre geworden, das jedoch ein großes Problem mit sich bringt: Häufig steht ein Original im Rücken, das heute solchen Kultstatus genießt, dass sich Vergleiche ganz unweigerlich aufdrängen. Ein Lösungsansatz ist, sich daher völlig davon zu entfernen und eine eigene Geschichte zu erzählen. Der andere, das gar nicht erst zu versuchen und das Publikum ständig an den Vorgänger zu erinnern.

Regisseur David Frankel versucht in Der Teufel trägt Prada 2 zwar beide Ansätze zu verbinden, hält sich jedoch überwiegend auf der sichereren Seite auf. Das beginnt bereits in der allerersten Szene, in der sich Andy im Badezimmer fertig macht, die das Ebenbild der ersten Szene aus Teil 1 ausmacht, und daraufhin durch ein New York läuft, in dem sich überall im Hintergrund kleine Anspielungen an ikonische Momente des Vorgängers verstecken (« Florals in Spring? Groundbreaking »).

Der Teufel trägt Prada 2 verlässt sich zu sehr auf das Original

So geht es in schnellen Schritten weiter, als Andy ihren neuen Job bei Runway antritt und dort genau wie das Publikum eine Nostalgiereise in die Vergangenheit durchmacht: Ihr alter Job wird ihr in Form der neuen Assistent:innen wieder vorgelebt und viele bekannte Gesichter und Momente scheinen sich hier zu wiederholen.

Dass Miranda sich beim besten Willen nicht an Andy erinnern kann, als diese sie wie eine alte Freundin begrüßt, will uns klar vermitteln, dass bei Runway im tiefen Kern all die Jahre später noch immer die gleichen Regeln gelten. Doch das an die Vogue angelehnte Magazin musste in den letzten zwei Dekaden natürlich auch – gezwungenermaßen – mit der Zeit gehen.

Die Veränderungen und der Wandel, der die Mode- und Medienbranche ereilt hat und auch vor Miranda nicht halt macht, sind neben der Original-Beweihräucherung das zweite große Thema des Films. So muss sich die knallharte Chefin wohl oder übel an die neuen Umgangsformen im Unternehmen gewöhnen. Dort werden die Mitarbeitenden diverser, Vokabeln wie « body positivity » müssen erlernt werden und ihren Mantel darf sie der Assistenz nicht mehr einfach so auf den Schreibtisch klatschen, sondern muss diesen fortan selbst aufhängen. Und mithilfe von Streeps unverkennbar eiskaltem Priestly-Blick bringt das durchaus ein paar wahnwitzig-großartige Szenen hervor.

Doch auch die inhaltlichen Strukturen bei Runway werden von der fortschreitenden Digitalisierung und dem Fokus auf Social Media und « Content » immer weiter umgekrempelt. Hier kämpfen Andy und Miranda schließlich denselben Kampf, für den sich die hochtrabende Prestige-Journalistin aber zunächst beweisen muss. Auch da kopiert die Fortsetzung zahlreiche Szenen des Originals beinahe auf identische Weise, wie die unlösbare Aufgabe der Beschaffung des neuen Harry Potter-Manuskripts, und versetzt diese in die Gegenwart, durch welche eine hingebungsvoll-verzweifelte Andy wieder den Respekt von Miranda gewinnen soll.

Unterstützung erhält sie dabei einmal mehr von Stanley Tuccis Nigel, der erwartungsgemäß ein paar neue freche Sprüche auf den Lippen hat und weiterhin ein exzellentes Händchen für jedes passende Outfit beweist. Und auch mit ihrer ehemaligen Kollegin Emily (Emily Blunt) muss Andy gute Mine zum bösen Spiel machen, die mittlerweile ein hohes Tier bei Dior ist und für einen Großteil der Finanzierung bei Runway verantwortlich zeichnet. Hier entspringen eine ganze Reihe von locker-bissigen Schlagabtauschen zwischen den heutigen Superstars, die zweifellos einige der besten Momente des Vorgängers wieder aufleben lassen.

Mit weiteren Cameo-Auftritten großer Stars aus Hollywood und der Modebranche wird Der Teufel trägt Prada 2 so über knapp zwei Stunden zu einem fortlaufenden « Aha »-Erlebnis für Fans. Diese können quasi mit dem Finger auf verschiedene Menschen oder Situationen zeigen, die eindeutig aus der Öffentlichkeit oder dem ersten Teil erkannt werden – und das selbst dann, wenn es reichlich neue Orte und Schauplätze in New York, Mailand oder der italienischen Idylle zu entdecken gibt.

Wenn sich der Film aber tiefgehender mit der Stellung von Mode, Medien und Journalismus im Jahr 2026 beschäftigt und auch der Wandel zwischenmenschlicher Arbeitsdynamiken in den Fokus gerät, gelingt es Der Teufel trägt Prada 2 in flüchtigen Momenten immer wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Hier werden durchaus spannende Fragen gestellt, die das Original so noch nicht aufgemacht hat. Diese Richtung hätte sich gelohnt umfangreicher zu erforschen, ohne jede Form von Neuschöpfung sofort durch den nächsten großen Fanservice- oder Wiederholungsmoment in die Vergangenheit zurückzureißen.

So wird Der Teufel trägt Prada 2 letztendlich zum ratlosen Meta-Kommentar über sich selbst, denn um den komplexen Umgang mit Wandel und Veränderung geht es in diesem Legacy-Sequel schließlich auf formeller Ebene so sehr wie auf inhaltlicher. Für ein nostalgisches Wiedersehen mit einer stets großartigen Meryl Streep sowie den nicht weniger unvergesslichen Anne Hathaway, Emily Blunt und Stanley Tucci in ihren absoluten Paraderollen – und ein paar neuen fetzigen Zitaten für die Ewigkeit – lohnt sich diese zweifellos unterhaltsame Fortsetzung jedoch allemal.

Der Teufel trägt Prada 2 startet am 30. April 2026 im Kino.


Source:

www.moviepilot.de

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