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Nach Der Teufel trägt Prada 2 kommt der nächste Hype-Film mit Anne Hathaway ins Kino: So gut ist Mother Mary wirklich

Nach ihrer großen Rückkehr als modebewusste Journalistin Andy Sachs in Der Teufel trägt Prada 2 beehrt Anne Hathaway schon wenige Wochen später erneut die Kinoleinwände dieser Welt. In Mother Mary schlüpft sie in die Rolle einer gefeierten Pop-Ikone, die kurz vor ihrem großen Comeback steht und eine alte Geschäftspartnerin aufsucht, um ihr dabei zu helfen.

David Lowery (The Green Knight) erzählt in dem Musik-Melodrama mit gespenstischen Elementen eine unheimliche und bewegende Geschichte um Freundschaft, Verlust und kreatives Schaffen, die mehr als nur verdammt gut aussieht und mit einem gehypten Soundtrack daherkommt. Doch trifft dieses ungewöhnliche Horror-Märchen sicherlich nicht jeden Geschmack.

Mother Mary: Ein Popstar und eine Designerin sehen rot

Als Mother Mary (Hathaway) wurde sie von Millionen Fans auf der ganzen Welt gefeiert und füllte mit ihrer Musik ganze Stadien, bis ein schockierendes Ereignis die Pop-Sängerin ganz plötzlich aus der Bahn warf. Als ihre große Comeback-Show ansteht, muss jetzt alles perfekt sein. Doch das extra für sie angefertigte Outfit passt nicht zu ihr und so sucht sie die Person auf, die jahrelang für ihre Garderobe zuständig war und sie besser kennt, als ihre Westentasche.

Seht hier den Trailer zu Mother Mary:

Mother Mary – Trailer (Deutsch) HD

Designerin Sam (Michaela Coel) ist jedoch nicht gerade begeistert davon, dass Mary unangekündigt und völlig fertig vor ihrem Atelier steht. Denn die beiden gingen vor vielen Jahren nach einer innigen Beziehung getrennte Wege. Nur widerwillig beschließt Sam, Mary zu helfen. Die Suche nach dem perfekten Design wird dabei zur Reise in die Vergangenheit, in der beide herausfinden, was damals wirklich mit Mary geschehen ist, warum sich die Freundinnen voneinander entfernt haben – und wie eine Zukunft jetzt aussehen kann.

In Mother Mary trifft Persona auf The Moment

Es scheint nicht zufällig gewählt, dass Mother Mary nur wenige Monate nach der Charli xcx-Mockumentary The Moment in den Kinos anläuft, denn die beiden Filme können in gewisser Weise als Zwillinge gesehen werden. Während Charli xcx in The Moment selbstironisch auf ihr eigenes Schaffen geblickt hat, das nach dem Mega-Erfolg ihres Albums brat in einer Krise steckt und von der Öffentlichkeit in verschiedene Richtungen gezerrt wird, setzt sich auch Lowery in Mother Mary mit diesem Thema auseinander. Er bringt dabei jedoch noch eine sehr viel tiefere zwischenmenschliche Komponente mit ein.

Denn der A Ghost Story-Regisseur blickt nicht nur auf die Kunstfigur und den Menschen dahinter. Ihm geht es auch um die vielen anderen Menschen, die diesen formen und ausmachen. So ist Popstar Mother Mary ebenso ein Erzeugnis von Mary selbst, die Tag für Tag als diese auf der Bühne steht, wie von Designerin Sam, die das Jeanne D’Arc-Image für Mary mit ihren Kostümen vor all den Jahren erschaffen hat. Genau wie Charli xcx in The Moment auch, kommt Mary dabei jedoch an einen Punkt, an dem sich das ihr auferlegte Image nicht mehr wie sie selbst anfühlt und sie beginnt zu hinterfragen, wer sie eigentlich ist – genau wie Sam beginnt sich zu fragen, wo sie in Mary anfängt und wo sie aufhört.

Inmitten dieser spannenden Thesen um (Star-)Persona und Identität, die ebenso Fragen zu lebenden Popstars wie Madonna, Lady Gaga oder Taylor Swift aufwerfen, interessiert sich Lowery jedoch vor allem für die zwischenmenschliche Verbindung seiner beiden Hauptfiguren. Diese ergründet er über den Verlauf des Films in einer Art Kammerspiel näher. Anfänglich werden uns nur Fetzen darüber hingeworfen, was wirklich einmal zwischen Mary und Sam vorgefallen ist und was zu dem Ende ihrer Beziehung führte. Hier übt uns Lowery zunächst in Geduld, wenn der Film beinahe vollständig aus Dialogabfolgen besteht, ohne wirkliche Antworten zu liefern. Dadurch entstehen einige langatmige Passagen, die viele Zuschauer:innen im ersten Drittel womöglich abschrecken könnten.

Mother Mary besticht als stylisch-gespenstisches Märchen um Freundschaft und Verlust

Je weiter der Film voranschreitet, desto tiefer dringen wir jedoch in die Psyche der beiden Frauen ein und verstehen, was beide an diesen Punkt gebracht hat, während wir auf vergangene Auftritte Marys blicken wie auf einen Konzertfilm. Später treten dann immer gespenstischere Szenen auf den Plan und der Film driftet unter anderem mit Musikerin FKA Twigs vermehrt Richtung Bodyhorror ab, was Lowery endlich zu seinem stilprägenden übernatürlichen Element zurückbringt. Richtig gruselig wird das jedoch nie. Stattdessen wäre weird hier womöglich die bessere Beschreibung, wenn die Farbe Rot eine immer besonderere Bedeutung bekommt und Mary, Sam, wie auch uns als Publikum klar wird, was sie genau symbolisieren soll.

So wird Mother Mary am Ende vor allem eine tragische Geschichte um Freundschaft und Verlust sowie dem Herauswachsen aus einer Beziehung, die einen auch viele Jahre später noch bis tief unter der Haut prägen darf. Lowery lässt die Form der Beziehung zwischen Sam und Mary dabei bis zum Schluss gewollt völlig offen für Interpretationen – war sie je romantisch oder immer rein platonisch? –, was ihr in all ihrer Ambivalenz jedoch noch viel mehr Kraft verleiht und nachvollziehbar für ein breites Publikum macht.

Dass das nicht selten auch noch verdammt gut aussieht, wenn eine zur Perfektion gestylte Mary vor einem schwarzen Hintergrund durch die Luft fliegt und von einem roten Tuch gejagt wird, und noch dazu eingängig klingt, wenn die Sounds der von – wie könnte es anders sein – Charli xcx, Jack Antonoff und FKA Twigs geschriebenen Songs wie Burial ertönen, verpasst diesem Pop-Märchen eine unausweichliche Sogkraft. Die atmosphärischen Bilder um Anne Hathaways tränende Augen und Michaela Coels durchbohrende Blicke hallen am Ende sogar noch länger nach als die Musik.

Mother Mary startet am 21. Mai 2026 in den deutschen Kinos.


Source:

www.moviepilot.de

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